Psychoanalytische Psychotherapie

Die psychoanalytisch orientierte Psychotherapie baut auf den Erkenntnissen der von Sigmund Freud und seinen NachfolgerInnen entwickelten Psychoanalyse auf und ist heute sehr verbreitet als Behandlungsmethode, die dieses Wissen therapeutisch nutzbar macht. Psychotherapie wird meist dann gewählt, wenn zunächst die Entlastung von Symptomen, die Klärung einzelner bedrängender Probleme oder die Stabilisierung der psychischen und sozialen Situation im Vordergrund stehen.

In ein bis zwei Sitzungen pro Woche werden die Schwierigkeiten angeschaut und besprochen. Die Vergangenheit, insbesondere die Kindheit, spielt insofern eine Rolle, als sie bis in die Gegenwart hinein wirksam ist: In der Therapie kann sich die ursprüngliche Sinnhaftigkeit vergangener Verhaltensmuster und Reaktionen zeigen, die in der gegenwärtigen Situation als störend und blockierend erlebt werden. Der Blick „von aussen“, der durch den psychoanalytischen Hintergrund der Therapeutin auf unbewusste Prozesse fokussiert ist, erlaubt dabei einen neuen Blick auf sich selbst und eröffnet durch das gewonnene Verständnis auch neue Denk- und Handlungsspielräume.

Nachhaltige psychische Veränderungsprozesse sind generell langsam, weshalb die Dauer einer Therapie nicht vorhersehbar ist. Psychische Entwicklung verläuft nicht linear, auch weil das wachsende Verständnis für sich selbst und seine Geschichte mit schmerzlichen Einsichten und Gefühlen verbunden ist. Ein besserer Zugang zu sich selbst ermöglicht es aber, besser zu spüren, wer man ist und was man will oder nicht will.